Lydia Keene hat die Havenbridge Women's Clinic aus einem gestifteten Mietvertrag, vier freiwilligen Krankenschwestern und elf Jahren voller Förderanträge aufgebaut.

Acht Tage vor der Überprüfung der Förderung, von der das Überleben der Klinik abhängt, entdeckt Lydia Vorstandsprotokolle für ein Treffen, das nie stattgefunden hat – ein Treffen, bei dem sie angeblich ihre »Erleichterung« über ihre eigene Absetzung »ausdrückte«, in einer Nacht, als sie nachweislich zwölf Meter entfernt Grippeimpfungen verabreichte.
Hinter den gefälschten Protokollen verbirgt sich eine Ethikbeschwerde, eine sorgfältig konstruierte Dokumentation von Bedenken und eine Beratungsfirma, die ihrer Klinik bereits diskret Rechnungen stellt, während ihr eleganter Geschäftsführer schon für neue Möbel in Lydias Büro Maß nimmt.
Ronan setzt auf das eine, das er über seine Ehefrau am besten weiß: Sie würde alles schlucken, um ihre Kliniktüren offen zu halten.
In einem hat er recht: in ihrer Hingabe.
Er liegt falsch, wofür sie diese einsetzt.
Denn Lydia hat elf Jahre lang jeden Bericht, jedes Protokoll, jeden Eintrag aufbewahrt, und die Förderkommission, die am Freitag ankommt, ist vertraglich dazu verpflichtet, die Unterlagen zu überprüfen, die ihr Ehemann gefälscht hat.
Wenn es nicht dokumentiert ist, ist es nicht geschehen.
Es ist alles dokumentiert.
Eine eigenständige Racheromanze mit geschlossener Tür, mit gefälschten Vorstandsprotokollen, einem Alarmprotokoll, das sich nicht ins Kreuzverhör nehmen lässt, einer verheerenden Förderüberprüfung und einer langsam entstehenden zweiten Chance mit dem Compliance-Anwalt, der sie elf Jahre lang stillschweigend geliebt hat und nie auch nur eine Grenze überschritten hat.

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